Champs-Elysées
Die Hauptstadt Frankreichs zählt über 3000 Straßen, ca. 100 Boulevards und 300 Avenuen, allerdings genießt keine Straße solchen Ruhm und solche Pracht wie die Avenue des Champs-Elysées. Sie ist Schauplatz - nahezu Austragungsort - nationaler Trauerfeiern und Siegesparaden wie die aus dem Jahre 1919 oder 1944.
Jedes Jahr am 14. Juli - dem französischen Nationalfeiertag - wird auf der Champs-Elysées mit einer großen Parade gefeiert. Selbst die Zielfahrt der berühmten Tour de France befindet sich auf der Champs-Elysées.
Die schönste Avenue der Welt verbindet den Place de la Concorde - mit etwa 84.000m² einer der größten Plätze weltweit und bestückt mit einem Obelisk aus der altägyptischen Tempelanlage von Luxor - mit dem Place Charles-de-Gaulle und dem berühmten Bauwerk Arc de Triomphe, einem Wahrzeichen von Paris und gleichzeitig französisches Nationaldenkmal. Der Triumphbogen wurde von Napoleon I. errichtet zu Ehren seiner Siege über Österreich, Russland und Preußen.
Das Gelände der Prachtstraße bestand bis ins 17. Jahrhundert noch aus Feldern und Sümpfen. Im Auftrag von Ludwig XIV wurde im Jahr 1667 eine breite Straße angelegt - ein als vom Jardin des Tuileries ausgehender Boulevard. Den heutigen Namen erhielt die Straße allerdings erst Anfang des 18. Jahrhunderts. Zur Promenade wurde er im 19. Jahrhundert mit seinen Cafés, prächtigen Gebäuden und großen Grünflächen.
Wenige charakteristische Gebäude sind aus dem 18. sowie 19. Jahrhundert erhalten. Dazu zählen insbesondere das Theater Marigny und der Elysées-Palast aus dem Baujahr 1718. Seit 1873 ist der Elysées-Palast der Sitz des französischen Staatspräsidenten. Zu den bedeutenden Gebäuden der Champs-Elysées zählen weiterhin die Bauwerke, die eigens zur Weltausstellung im Jahr 1900 errichtet wurden: das Grand Palais und das Petit Palais. Beide Palais werden ausschließlich zu kulturellen und künstlerischen Zwecken genutzt - für Kunstsammlungen und Kunstausstellungen.
Paris zu Beginn des 19. Jahrhunderts spiegelt mit der Champs-Elysées das Mondäne und Extravagante wider - die wahre Blütezeit der Avenue. Die Prachtstraße war Treffpunkt und Promeniermeile, ideal zum Flanieren, zum Sehen und Gesehenwerden. Die großen und dekorativen Parkanlagen mit herrlichen Fontänen und Spielplätzen sowie die breiten Bürgersteige luden alle Generationen zum Spazierengehen ein.
Das Großbürgertum genoss den Kaffee auf einer der zahlreichen Restaurantterrassen. Die Spazierwege und auch Spielplätze findet der Besucher heutzutage nur noch im unteren östlichen Teil der Straße. Vom Rond Point aus offerieren Luxusgeschäfte, Cafés und Restaurants ihre Angebote. Nahtlos schließen sich Kinos, Versicherungskonzerne, Banken und Automobilhersteller an.
Die 1900 m der Champs-Elysées sollten erlaufen werden, um die Atmosphäre und den Flair dieser einzigartigen Avenue spüren zu können. Durch die herrliche Architektur der anliegenden Prachthäuser zählt die Straße zu den faszinierendsten städtebaulichen Ensembles der Welt.
Die schönste Sicht auf die Champs-Elysées erhält der Parisbesucher von der Plattform des Arc de Triomphe, die mit einem Fahrstuhl erreicht werden kann. Der Besucher wird mit einer der schönsten Blicke auf Paris belohnt - über die Champs-Elysées bis zum Louvre. Doch am Abend erstrahlt die wahre Schönheit dieser Avenue: ein riesiges Lichtermeer. Scheinwerfer leuchten den Arc de Triumph aus, so dass ein goldener Glanz das Bauwerk umgibt. In Kombination mit den Lichtern der Autos wirkt die Prachtstraße wie ein rot-weißes Feuerwerk.
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