Der Eiffelturm: Vom Schandfleck zum Volksliebling
Der Eiffelturm ist das Wahrzeichen von Paris und ein weltweit bekanntes Symbol für Frankreich. Er wurde zwischen 1887 und 1889 von Alexandre Gustave Eiffel für die Weltausstellung in Paris anlässlich des Jahrhundert-Jubiläums der Französischen Revolution erbaut.
Das 300 Meter hohe und 10.000 Tonnen schwere Bauwerk war von Anfang an eine Sehenswürdigkeit, bereits im Eröffnungsjahr besuchten bereits an die zwei Millionen Menschen den Turm und bezahlten mit ihrem Eintritt schon rund drei Viertel der Gesamtkosten des Eiffelturms von rund acht Millionen Francs.
Interessanterweise begann der Siegeszug des Eiffelturms in die Herzen der Franzosen und vor allem der Pariser eher schleppend; nachdem etwa 3.000 Arbeiter den Turm in nur 26 Monaten errichtet hatten, wurden Proteste gegen den "düsteren Fabrikschornstein" laut.
Die Pariser Bevölkerung hielt den alles überragenden Turm für einen Schandfleck, und die Intellektuellen der Stadt begannen regelrechte Kampagnen, in deren Rahmen auf Flugblättern gegen das heute wohl bekannteste französische Bauwerk demonstriert wurde. Dabei hatte der Erbauer Eiffel ursprünglich ohnehin nur eine Genehmigung für 20 Jahre für seinen Turm erwirken können, 1909 sollte er wieder abgerissen werden. Trotz massiver Proteste aus der Bevölkerung erwies sich der Turm aufgrund seiner Höhe aber als wertvoll für die Kommunikation, und als er gar die ersten transatlantischen Funkverbindungen ermöglichte, durfte er stehen bleiben.
Im Laufe der Jahre verliebten sich die Pariser schließlich in "ihren Turm" und nennen ihn heute liebevoll "Eiserne Dame". Gleichzeitig gilt der ehemals als hässlich titulierte Eiffelturm als eines der schönsten Beispiele seiner Architekturepoche in der Welt. Und ein Paris ohne Eiffelturm kann sich heute wohl keiner mehr vorstellen.
Jährlich besuchen sechs Millionen Menschen den Eiffelturm, die in 57, 115 und 276 Metern Höhe einen atemberaubenden Blick auf die Stadt an der Seine werfen können. Außerdem befinden sich in den ersten beiden Etagen Restaurants sowie eine Ausstellung über die Geschichte der "Eisernen Dame".
Hier sind auch die Nachnamen von 72 Wissenschaftlern eingraviert, die mit ihren Beiträgen zur Wissenschaft den Bau des Eiffelturms erst ermöglicht haben. Auf den Eiffelturm gelangen kann man mittels dreier Fahrstühle. Auf diese Art kann man übrigens erst seit 1983 ganz nach oben fahren, zuvor musste man über eine rund 1.000 Tonnen schwere Wendeltreppe über 654 Stufen zur höchsten Aussichtsplattform steigen.
Der Eiffelturm ist Gegenstand zahlreicher Gedichte und Veröffentlichungen und natürlich auch eins der meistfotografierten Pariser Sehenswürdigkeiten. Außerdem ist er Motiv zahlreicher zeitgenössischer und alter Kunstwerke und Gegenstand vieler persönlicher Geschichten: Der Eiffelturm gilt als romantischer Ausflugsort für Verliebte und Paare, im Laufe seiner Geschichte hielten unzählige Männer über den Dächern von Paris um die Hand ihrer Angebeteten an. Und einen schöneren Ruf hätte der ehemalige Schandfleck wohl kaum bekommen können.
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