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Die Katakomben von Paris


Die Katakomben von Paris sind eine unterirdische Anlage von Gängen, Schächten und Gewölben mit einer Länge von über 330 Kilometern. Im 13. Jahrhundert wurde unter der Stadt Paris u.a. Kalkstein als Baumaterial für Häuser, Villen und Paläste abgebaut. Durch den starken Abbau des Kalksteins, Gips und Tons entstand ein System von Gängen in einer Tiefe von 5 bis 35 Metern.

 

Der Abbau von Kalkstein erfolgte regional fast in allen Stadtbezirken des heutigen Paris (außer Stadtbezirk 1 und 4). Im 18. Jahrhundert kam es verstärkt zum Einstürzen von Gebäuden und Strassenzügen in Paris, da die unterirdischen Gänge und Räume nicht durch Stützsysteme gesichert waren.


Im 18. Jahrhundert waren die Grabstellen auf den Pariser Friedhöfen mit Leichen überbelegt. Man begann im Jahre 1785 die Katakomben u.a. als Einlagerungsstelle für Gebeine und Totenköpfe zu nutzen.

 


 

Bis zum 19. Jahrhundert wurden die Sklettanlagen und Schädelsysteme von über 6 Millionen Pariser Einwohner in den Katakomben eingelagert. Die Gebeine und Totenköpfe wurden in den Katakomben unterschiedlich im Wandbereich gelagert, u.a. eine waagerechte Lagerung bis zur Decke, 8 Schichten Gebeinanlagen und 1 Schicht Schädelanlagen im Wechsel. Eine weitere Variante der Lagerung ist eine wellenförmige Struktur, 8 Schichten Gebeine und eine Schicht Totenköpfe.

 

Pro Jahr kommen mehr als 200000 Besucher in die berühmten Katakomben von Paris, die Fläche der Katakomben beträgt über 770 Hektar. Die Katakomben zählen zu den großen Besucherattraktionen in Paris. Für die Besucher ist nur ein kleiner Abschnitt der Katakomben zugänglich, in dem großen unterirdischen Labyrinth kann man sich schnell verirren und es ist infolge von teilweiser Einsturzgefahr nicht öffentlich zugelassen.

 


 

Der Eingang der Pariser Katakomben liegt am Place Denfert Rocherau (Metrolinie 4 und 6). Als Besucher kann man 1,7 Kilometer in den Katakomben durchqueren. In der großen nicht öffentlichen Katakombe kann man weit über die Hälfte der Stadt von Paris durchqueren, ohne je ans Tageslicht zu gelangen.

 

Ein Teil der Katakomben wird von der U Bahn genutzt und einige unterirdische Schächte dienen Strom- und Wasserleitungen. Es wurden u.a. 373 Eingänge, die zu den Katakomben führten, wurden verschlossen.

 

Durch die höhere Luftfeuchtigkeit im unterirdischen System kam es teilweise zu Schäden an den Sklett- und Schädelteilen. Eine Klimaanlage sorgt heute für eine ausgerichtete Luftfeuchtigkeit und Reinheit der Luft. Im Jahre 2004 entdeckte man in den Katakomben von Paris, knapp 20 Meter unter dem Chaillot Palast gegenüber dem Eifelturm, einen 400 m² großen Kinosaal aus den 50 ziger und 60 ziger Jahren mit einem Bestand an Kriminalfilmen sowie eine Bar.

 

 







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