Zuhause beim Phantom der Oper-Opera Ganier
Im 9. Arrondissement befindet sich das Opernviertel von Paris. Hier sind eine Anzahl kleiner Theater, Geschäfte, Cafés und Restaurants. Doch das imposanteste und bemerkenswerteste Gebäude ist die Opéra Garnier.
Sie erstrahlt auf dem Place de l' Opera in hellem Carraramarmor mit einem kontrastierenden grünen Schieferdach und schönen Skulpturen an den Ecken. Kommt man aus der Metrò-Station, sieht man gleich auf diesen prachtvollen Bau aus dem späten 19. Jahrhundert.
Die Oper wird heute als eines der großartigsten Bauwerke seiner Zeit bezeichnet und ist bekannt für seine grandiose Innenausstattung. Die große Marmortreppe, das Grand Foyer sind weltberühmt. Der Theatersaal ist mit reichlich rotem Samt und vergoldeten Stuckarbeiten verziert und die Deckenfresken von Chagall spiegeln Szenen aus dem Theaterleben wieder.
Napoleon III. ließ es Anfang 1860 erbauen, nachdem er einem Attentat in der Oper Salle de la Rue entgangen war. Es wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben und der 35-jährige und unbekannte Architekt Charles Garnier gewinnt diesen. Somit beginnt er ein Lebenswerk, das später sogar seinen Namen tragen soll.
Die Oper Garnier wurde zum größten seiner Zeit und hat eine Grundfläche von über 11.000 qm. Zum Bau wird Marmor aus Carrara in Italien angeschafft und allein das Treppenhaus hat 30 verschiedene Marmorarten. Der Neobarocke Baustil gibt der Oper einen pompösen Eindruck und sollte Symbol werden für einen napoleonischen Stil und gleichzeitig zeigen, daß der Besuch einer Oper nichts alltägliches sei.
Die Fassade wird von mehreren Bogenpfeilern getragen auf denen die Musen des Theaters zu sehen sind. Über den Bögen wurden Medaillons mit Abbildungen einiger großer Komponisten angebracht. Auf dem Dachsims befinden sich Musen der lyrischen Poesie und eine Appolonfigur, die schon von weitem zu sehen sind.
Der Vorstellungsraum ist hufeisenförmig gehalten, was den Blick auf die Bühne von den Seitenlogen zwar nicht begünstigt, aber so den Blick freigibt auf die gegenüberliegenden Logen. Damit wurde dem damaligen Verhalten - sehen und gesehen werden - Rechnung getragen. Der sich hier befindliche Kristallüster wiegt 8 Tonnen und hat eine tragische Geschichte.
Im Jahre 1896 löste sich das Gegengewicht des enormen Kronleuchters und tötete eine sich darunter befindende Concierge. Die dazu nicht definierbaren Geräusche, die aus dem weitverzweigten Kellergewölbe kommen sowie ein Brand, gaben die Grundlagen für den Glauben an ein Phantom der Oper.
Dieses wurde dann 1911 von Gaston Leroux das erste Mal in einem Roman verfaßt und später noch vielfach verfilmt und beschrieben. Die Geräusche aus den unteren Gewölben entstehen durch die Begebenheit, dass die Oper auf einem Seitenarm der Seine errichtet wurde und die Fundamente dementsprechend auf einem Wasserreservoir stehen, was heute noch regelmäßig kontrolliert werden muß.
Garnier revolutionierte das Gesellschaftsdenken in seiner Oper, als er ein pompöses Foyer erschuf, mit mehreren Gängen und Gold, Marmor und Kristall geschmückt, denn die Zuschauer blieben so nicht mehr in ihren Logen und empfingen Gäste, sondern wandelten durch das Foyer in den Pausen. Ein neuartiges Verhalten für damalige Zeit.
Am 5. Januar 1875 wurde die Oper eingeweiht. Es werden heute noch hauptsächlich Ballettaufführungen gegeben, mit dem hauseigenen Ballettensemble. Sehenswert ist auch das Bibliotheksmuseum mit interessanten Ausstellungsstücken die Theatergeschichte beziehend bis hin zur Gründung der königlichen Musikakademie durch Ludwig XIV.
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