Das Zentralmassiv - Landschaft aus dem Bilderbuch
Ein echtes Paradies für Wanderfreudige und Naturverbundene:
Das Zentralmassiv, eine wunderschöne Landschaft, durchsetzt von erloschenen Vulkanen. Vor etwa 350 Mio Jahren entstand diese fantastische Landschaft, die sich mit fast 80.000 km² über 1/7 der Gesamtfläche Frankreichs erstreckt und sich im mittleren Süden des Landes gleich über fünf Regionen erstreckt.
Der höchste Berg des Zentralmassivs ist der Puy de Sancy mit 1885 m. Es ist noch nicht lange her, seit die Vulkane im Zentralmassiv aktiv waren: Vor rund 3.500 Jahren sind die letzten Puys erloschen, was erdgeschichtlich ja höchstens ein kurzer Augenblick ist, und es ist durchaus nicht sicher, dass sich die Erde für immer beruhigt hat.
Die Landschaft fasziniert wohl nicht zuletzt deshalb, weil die Szenerie so frisch wirkt. Es gibt in Europa nur wenige Landschaften mit einer vergleichbaren Vielfalt erdgeschichtlicher Zeugnisse.
Wer Naturkenner ist, der wird begeistert sein, denn das Zentralmassiv bietet eine schier unglaubliche Fülle an Pflanzen.
Die unterschiedlichen Bodentypen lassen hier eine Pflanzenvielfalt zu, die ihresgleichen sucht: Während im Süden Zistrosen und Schwarzkümmel blühen, findet man auf den Wiesen in den Bergen im Spätfrühling und Frühsommer Alpenblumen wie Enzian und den Blauen Eisenhut.
Man versucht seit Jahren, die empfindlichsten und botanisch wertvollsten Gebiete vollständig unter Schutz zu stellen. Das ist wegen des zunehmenden Tourismus besonders wichtig. Das ganze Zentralmassiv ist nämlich ein Wanderparadies mit unzähligen markierten Wegen und Routen.
Für alle, die sich für die Tierwelt interessieren, ist das Zentralmassiv und seine Naturparks ein echter Tipp. Besonders interessant, weil vielfältig, sind Tierarten, die naturnahe Feuchtgebiete und blumenreiche Wiesen zum Überleben brauchen. Beides findet sich hier.
Ein besonderes Schauspiel ist der sich jährlich wiederholende Vogelzug. Von Mitte Juli bis Mitte November ziehen hier Tausende von Vögeln Richtung Süden. Vor allem das Sancy-Massiv und die Dome-Kette sind für ihre reiche Vogelwelt bekannt und damit ein echter Anziehungspunkt für Vogelkundler.
Wer das Zentralmassiv besucht, muss hin und wieder mit nicht ganz so beständigem Wetter rechnen. Deshalb ist die Empfehlung, sich auch im Sommer auf schlechtes Wetter gefasst zu machen, nicht übertrieben. Im Zentralmassiv ist es zwar im Juli und August im allgemeinen heiß, allerdings auch sehr wechselhaft. Zudem windet es in den Bergen oft und die Temperaturen können abends empfindlich in den Keller gehen.
Die Winter sind in den höheren Regionen lang und von viel Schnee begleitet. Die angenehmsten Reisezeiten sind deshalb der Spätfrühling und der Frühherbst.
Die Bevölkerung im Zentralmassiv ist bodenständig und sehr freundlich.
Das Sammeln von Blütenpflanzen, Pilzen oder Heidelbeeren bildet für manchen Bauern immer noch eine wichtige Einkommensquelle. Aber auch der Tourist ist immer stärker von Bedeutung. So mancher Bauer bewirtet Touristen mit landesüblichen Spezialitäten, zumeist aus eigener Produktion.
Als Übernachtungsmöglichkeit gibt es auch in kleinen Städten und Dörfern bescheidene Hotels oder Privatunterkünfte. Um Unannehmlichkeiten zu vermeiden, empfiehlt es sich aber, frühzeitig ein Quartier zu suchen. Für Hartgesottene und ausgesprochene Rucksacktouristen gibt es in den bekannteren und schön gelegenen Ortschaften der Auvergne in der Regel auch die Möglichkeit zum Campen.
Das Zentralmassiv ist also vor allem für Naturfreunde interessant. Wer die Natur schätzt, der kommt hier voll auf seine Kosten.
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