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Ihr Reiseführer für Frankreich

Carmargue - Wo Pferde und Stiere zusammen leben


Die Carmargue ist ein kleiner Flecken Naturwunder im Süden der Provence. Die Rhŏne teilt sich auf ihrem Weg zum Mittelmeer in zwei Arme nördlich von Arles und dazwischen liegt das Naturschutzgebiet der Camargue.

 

Flach wie ein Brett, besteht sie aus enormen Weideflächen, sumpfigen Land, Schilf umwachsenen Wasserläufen und Sanddünen. Auf einem Gebiet von 140 Hektar leben weisse Pferde, schwarze Stiere, langhälsige Flamingos und stolze Raubvögel. Die Flora ist ebenso bunt: Tamarisken wachsen in dem Brachwasser, grosse Reisfelder durchziehen das Land und viele schöne Wildblumen blühen. Das milde Klima begünstigt diese Landschaft.

Hier leben noch richtige Cowboys, die Gardians, die mehr Zeit auf dem Rücken ihrer kleinwüchsigen Araberpferde verbringen als am heimischen Herd. Die großen schwarzen Stiere leben auf riesigen Weideflächen und werden von den Gardians im Zaum gehalten. Die Tiere werden für die Corrida gebraucht, die hier anders ist als die in Spanien. Es ist ein traditioneller Wettlauf, mit roten Bändern an den Hörnern, die lustig im Winde wehen. Aber sie werden auch zu gutem Fleisch verarbeitet, rein biologisch.

 




Für den Reisanbau ist die Landschaft ebenfalls wie geschaffen. Die flachen salzhaltigen Gewässer sind wie natürlich angelegte Reisfelder und der Reis entzieht dem Boden das Salz. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Reisanbau hier staatlich gefördert, denn Frankreich verlor seine Indochina-Reisfelder.

In der recht dünn besiedelten Camargue gibt es mehrere kleine Orte. Der wichtigste und bekannteste ist Les-Saintes-Maries-de-la-Mer. Der Legende nach, wurden die drei Marien – Maria Magdalena, die Jungfrau Maria und ihre Schwester Maria Jakobäa – zusammen mit einer Sklavin namens Sarah in einem Boot ausgesetzt auf dem Meer und sie strandeten hier um 48 n. Ch. in Frankreich an diesem Ort.

 

In der Wehrkirche aus dem 9. Jahrhundert werden die Reliquien der 3 Marien aufbewahrt. In der Krypta unterhalb steht eine Statue der Sarah, einer dunkelhäutigen, die als Schutzheilige der Zigeuner verehrt wird. Alljährlich im Mai gibt es einen großen Umzug.

Arles ist die größte Stadt am Rande des Naturschutzgebietes. Eine mittelalterliche Stadt, in der die alte römische Arena und die Termen des Konstantin aus dem IV. Jahrhundert sich wie selbstverständlich in die ockerfarbenen Häuser einschmiegen. Hier gibt es mehrere schöne Museen über die Geschichte der Region.

 


 

 

Unter anderem findet man in dem ehemaligen Gebäude des Malteser Ordens Werke des Malers Picasso, Bilder von Jacques Réattu (1760 – 1833) und Skulpturen von Ossip Zadkine. Die Kirche St.-Trophime ist im romanischen Stil erbaut und hat zahlreiche schöne Skulpturen Heiliger und Apostel.

Einer Legende nach wohnte in den Sümpfen der Camargue ein Monster, dass die hier lebende Bevölkerung terrorisierte. Die Heilige Marta verwandelte das gefährliche Wesen in ein ganz kleines unschuldiges Tier nur mit einem Gebet.

Man kann viel unternehmen in der schönen Natur der Camargue. Ob man lieber zu Fuss mit Wanderschuhen und Wanderstab durch die Ebenen zieht und hin und immer wieder auf die Tiere schießt – mit dem Fotoapparat! - oder aber auf einem Fahrrad über die vielen Wege fährt oder lieber hoch zu Roß einen schönen Ausritt machen möchte – jeder findet sein richtiges Transportmittel, um die schöne beeindruckende Landschaft zu erkunden.

 

 







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