|
Burgund - Region in Frankreich
Im Burgund, einer Region im Herzen Frankreichs, leben 1,6 Millionen Einwohner. Bereits in der Steinzeit, lang bevor die Römer unter Julius Cäsar 59 v. Chr. das Gebiet vereinnahmten, wies das Burgund dichte Besiedlungsspuren auf. Die Mönche des Mittelalters legten den Grundstein für den Anbau des berühmten Burgunderweines und trugen bei zur Erbauung einiger der prächtigsten Klöster Frankreichs.
Die Vergangenheit ist im Burgund lebendig geblieben, eingebettet in eine der landschaftlich reizvollsten Gegenden Frankreichs. Malerische Ortschaften, imposante Gotteshäuser, sonnige Weinberge, prunkvolle Schlösser und idyllische Wasserstraßen prägen die Landschaft.
Dijon, die Hauptstadt der Region Burgund taucht bereits im 6. Jahrhundert in den Geschichtsbüchern auf. In erster Linie sind es die kulinarischen Köstlichkeiten, welche den Ort über seine Grenzen hinaus bekannt gemacht haben. Gewürzbrot, Senf, Bresse-Huhn, Charolais Rinder oder Cassis Likör sind nicht nur der internationalen Fachwelt, welche sich jährlich im Oktober zur Gastronomiemesse in Dijon trifft, ein Begriff.
Ein weiterer Anziehungspunkt sind die steinernen Zeugen der Vergangenheit. Der Herzogspalast wird vom 52 Meter hohen Philippe Le Bon Turm überragt. Im Westflügel befindet sich das Rathaus der Stadt. Der Ostflügel beherbergt eines der bedeutendsten Kunstmuseen Frankreichs, weltberühmt sind die Grabmale der Herzöge. Ein Bummel durch Dijon gleicht einer Reise in die Vergangenheit, Fachwerkbauten, verträumte Innenhöfe und der Colombiere Park entführen in die Zeit Ludwig XIV.
Bereits im 4. Jahrhundert war Auxerre Bischofssitz. Die älteste Stadt Frankreichs, am Ufer der Yonne, verkörpert ein Stück französische Lebensart. Um den Uhrturm aus dem 15. Jahrhundert gruppieren sich die historischen Bauten. Die Kathedrale St.-Etienne versetzt den Besucher in die Zeit Karls des Großen zurück. Saint Germain gilt als älteste Kirche im Burgund und ist dem Heiligen Germanius, einem der ersten Bischöfe von Auxerre geweiht.
Auf eine 2000jährige Geschichte verweist Avallon, einst als gallische Festung auf einem steilen Granitplateau gegründet. Charakteristisch für das Städtchen ist die mächtige Stadtmauer, welche die Jahrhunderte überdauerte und die Bewohner vor feindlichen Übergriffen schützte. Im Musèe de l`Avallonnais sind regionale Kunstschätze sowie wertvolle Gemälde zu bestaunen.
Vezelay ist einer der berühmtesten Wallfahrtsorte der Geschichte. 500 Einwohner zählt das Dorf um die ursprünglich auf einer Anhöhe gegründete Benediktinerabtei. Seit dem 11. Jahrhundert pilgern zahllose Gläubige zu den Reliquien der Heiligen Maria von Magdala. Vezelay wurde zum Zentrum christlichen Glaubens und ein Ausgangspunkt des französischen Jakobsweges.
Eine der wichtigsten Stationen religiösen Lebens im Burgund ist auch Sens. Die Kathedrale St. Etienne gilt als das erste gotische Gotteshaus dieser Größenordnung in Frankreich. Die Baumeister der Kathedrale von Canterbury und der Jerusalemer Grabeskirche orientierten sich an ihrem Vorbild. Im Inneren der Kathedrale sind berühmte Wandteppiche und reiche Kunstschätze aus Gold und Marmor zu bewundern. Weitere sakrale Bauten wie die Kirchen Saint-Maurice oder Saint Pierre le Roud zeugen von der Bedeutung des einst mächtigen Erzbistums Sens.
Tournus, am Ufer der Sàome, gilt als Wiege der Burgunderweine, außerdem werden hier in langer Tradition Stühle gefertigt. Ehemals hervorgegangen aus der Abtei St. Philibert, meint man noch heute, die Zeit sei stehengeblieben in den verwinkelten, romantischen Gassen der Altstadt. Genießer finden in den urigen Restaurants neben dem edlen Rebensaft des Burgund auch manch erlesene Gaumenfreude aus Topf und Pfanne.
|
|