Die Champagne
- eine prickelnde Region Frankreichs
Als Champagne bezeichnet man eine historische Region im Norden Frankreichs, die zum Département Champagne-Ardenne gehört. In der landschaftlich reizvollen Champagne wird vor allem Tourismus und Landwirtschaft betrieben, darüber hinaus hat die Region national und international nicht nur historisch sondern auch zeitgenössisch einen hohen Bedeutungsgrad.
So wurden alle französischen Könige in der Kathedrale in Reims - einer der wichtigsten Städte der Champagne - gekrönt, dabei gehen die Aufzeichnungen sogar bis zur Taufe des ersten christlichen Königs Chlodwig I. im Jahre 496 zurück. Im Ersten Weltkrieg verlief die Fronlinie deutscher und alliierter Truppen durch die Champagne; im Herbst 1914 und im Jahr 1915 gab es dort verlustreiche Schlachten. Noch heute zeugen viele Friedhöfer und Soldatendenkmäler von der kriegshistorischen Bedeutung der Champagne.
Weltweit bekannt ist die Champagne aber wohl eher für ihren Champagner, der dort seit dem 17. Jahrhundert gekeltert wird. Nur Erzeugnisse aus dieser Region dürfen tatsächlich auch so genannt werden, alles andere heißt schlicht "Cremant" oder deutsch "Schaumwein".
Die Ausdehnung des für den Anbau der Grundweine des Champagners zugelassenen Weinbaugebietes Champagne wurde am 22. Juli 1927 festgelegt. Das Weinbaugebiet ist nicht mit der Region Champagne-Ardenne oder der historischen Landschaft namens Champagne identisch, sondern umfasst außerdem noch Weinberge in der Picardie und Île de France.
Auf dem 33.500 Hektar großen Anbaugebiet werden im Wesentlichen drei Rebsorten - Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier - angebaut, deren Wahl von der örtlichen Beschaffenheit des Bodens abhängt. Grundsätzlich ist die Champagne vor allem bekannt für ihren Boden aus Belemnit-Kreide, einem aus der Oberen Kreidezeit stammenden Bodentyp im Herzen des Anbaugebietes.
Mit mehr Lehm vermischte kalkhaltige Böden aus dem Oberen Jura finden sich im südlichen Weinbaugebiet. Außerdem gibt es in der Champagne auch sandig-lehmige Anbaugebiete aus dem Paläogen, deren Weinhänge steiler sind als in den von Kalkgestein geprägten Gebieten.
Zusammen mit der moderaten Niederschlagsmenge, der Lage an der Nordgrenze des Weinbaus und einer durchschnittlichen Sonnenscheindauer von 1.650 Stunden im Jahr hat das Klima der Champagne eine verhältnismäßig langsame Reifung der angebauten Trauben zur Folge, was allerdings die Frische und Finesse des Champagners fördert.
Die Herstellung des Champagners aus den Trauben der Hänge in der Champagne ist indes kaum noch Aufgabe der Weinbauern, sondern der großen und weltweit bekannten Champagnerhäuser; sie kaufen den Winzern ihre Trauben ab. Je nach dem geschätzten Qualitätspotenzial der Weinberge erzielen die Trauben dabei unterschiedlich hohe Preise. Dies geht außerdem darauf zurück, dass die Klassifizierung der Champagner-Weinhänge nach einer Prozent-Skala erfolgt, die auf den Erfahrungswerten der so genannten Courtiers - Traubenmakler - beruht.
1911 wurde die Einstufung aller Weinbaugebiete der Champagne entsprechend dem Verhältnis des tatsächlichen zum maximal erzielbaren Traubenpreises schriftlich fixiert; man ermittelte, inwieweit der von Marktschwankungen und Traubenqualität bestimmte bezahlte Preis dem entsprach, der im Idealfall für die Traube verlangt werden kann.
Die Gemeinden mit auf 100 Prozent eingestuften Weinhängen dürfen die Bezeichnung "Grand Cru" führen, zwischen 90 und 99 Prozent gilt ein Ort als "Premier Cru". 43 der 324 Weinbaugemeinden der Champagne sind als Premier Cru, 17 als Grand Cru eingestuft. Viele der beliebten und sehr teuren Spitzencuvées der großen Champagnerhäuser werden ausschließlich aus Weinlagen von Grand-Cru-Gemeinden gewonnen.
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