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Ihr Reiseführer für Frankreich

Schloß Abbadie bei Hendaye


Die Stadt Hendaye liegt im Baskenland, weit südlich unmittelbar an der Grenze zu Spanien in Frankreich und in direkter Nähe zum Atlantik.
Hier erhebt sich Schloß Abbadie, im Französischen Château Antoine d’ Abbadie genannt, weit hoch über dem Ozean.

Am Ende eines Sandstrandes, inmitten der Heidelandschaft, überragt das zwischen 1860 und 1870 erbaute Schloß Abbadie die Klippen über den beiden Felsen "Les Jumeaux".
Der Schloßbau wurde von dem Wissenschaftler Antoine Thomson d\\\'Abbadie in Auftrag gegeben. Der Architekt Viollet-le-Duc und sein Schüler Edmond Duthoit erbauten es dann im neugotischen Stil im 19. Jahrhundert. Für den Architekten war diese Aufgabe etwas Besonderes, denn es handelte sich hier um einen völligen Neubau, nicht um die Rekonstruktion einer Ruine.

 




Das recht einsam gelegene Schloß Abbadie erhebt sich mitten aus einem Park, welcher die Natur der Region minimalistisch widerspiegeln soll.
Der Anblick des Schlosses erinnert den Besucher an das Mittelalter, denn ein Hauptturm, verschiedene Mehrfachtürme und Zinnen verleihen dem Bau ein imposantes und charakteristisches Äußeres.


Es finden sich überall kleine Inschriften, die den Humor des ehemaligen Schloßherren bezeugen und zum Schmunzeln animieren.

Da Antoine d\\\'Abbadie als Kartograph und Weltreisender viel in der Welt herum kam, finden sich auch heute noch viele Mitbringsel im Schloß, welches nach seinem Tod der Akademie der Wissenschaft vermacht wurde und Besuchern zugänglich ist. Heute ist das Schloß Stiftung und Akademie mit Observatorium und reichhaltiger Sammlung an Büchern und Landkarten.

Der Wissenschaftler war orientalisch inspiriert und ließ daher auch entsprechende Vorlieben in die Gestaltung des Schlosses einfließen. Es finden sich beispielsweise äthiopische Buchstaben auf Stühlen im Speisesaal eingraviert, der gesamte Saal ist mit Büffelleder verkleidet und die Bibliotheksdecke ist mit baskischen Redensarten verziert.
D\\\'Abbadie soll 14 Sprachen gesprochen haben und so finden sich überall Inschriften auch auf Irisch, Arabisch und Deutsch.

Dem Schloß Abbadie zugehörig ist auch eine Kapelle, welche mit vielen Farbtönen phantasievoll gestaltet wurde. Sie ist recht groß, da früher alle Bauern der zum Schloß gehörenden Liegenschaften darin Platz finden mußten.

 



Im östlichen Teil des Chors steht der Altar, von farbigen Glasfenstern eingerahmt und westlich findet man gut erhaltene Fresken vor.
Eine Galerie in der Mitte der Kapelle führt zu den ehemaligen Schlafgemächern des Schloßherrn und seiner Frau. Deren Grab befindet sich in der Krypta unter dem Altar.

Das gesamte Schloß Abbadie zeichnet sich daher durch eine eindrucksvoll andere Innengestaltung aus, als es zu der damaligen Zeit sonst gängig war.
Eindrucksvoll für Besucher ist die ebenfalls von Februar bis Dezember geöffnete Sternwarte des früheren Schloßherrn.

Das im Jahre 1880 installierte Meridian-Teleskop in der Sternwarte des Schlosses Abbadie ist noch heute zu bestaunen. Es diente der genauen Bestimmung von Sternpositionen und erst 1975 wurden die Arbeiten an einer Publikation abgeschlossen.

 







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