Schloss Chantilly
Das Schloss Chantilly ist ein in der gleichnamigen französischen Kleinstadt gelegenes Schloss. Es liegt im Department Oise, etwa 50 Kilometer nordöstlich der Weltmetropole Paris entfernt.
Bereits im Mittelalter stand an der Stelle des heutigen Schlosses eine kleine Burg. Diese wurde Ende des 15. Jahrhunderts vom in Chantilly ansässigen französischen Adelsgeschlecht der Montmorency erworben. Der berühmte französische Heerführer Anne de Montmorency, welcher das Schloss als Wohnsitz beanspruchte, ließ es 1528 bis 1551 grundlegend renovieren.
Dabei wurde die gotische Burg im damals modernen Renaissance-Stil umgebaut und zu einem großen Schloss mit Park erweitert.
In den 40er Jahren des 17. Jahrhundert gelangte das Schloss in den Besitz der Herzöge von Condè. Diese mächtige Adelsfamilie residierte fast 200 Jahre auf Schloss Chantilly.
Dabei wurde das Schloss mehrmals baulich verändert und erlangte langsam das Aussehen jenen barocken Schlosses, welches bis heute der Nachwelt erhalten geblieben ist. Der bekannte Schlosspark erlangte sein jetziges Aussehen und Größe in den Jahren 1670 bis 1688 vom berühmten französischen Gartenbauarchitekten Andre le Notre.
Er besitzt weite Flächen englischen Rasens, welche durch fast gleich große Wasserflächen abgelöst werden. Anfre le Notre hielt sich dabei vor allem an den bis heute beliebzen Stil englischer Schloss- und Landschaftsgärten, ohne dabei allerdings nicht seiner französischen Heimat architektonisch gesehen treu zu bleiben.
Der Schlossgarten ist daher eine sehr gute Kombination vollendeter englischer Gartenbaukunst und meisterhaftem französischem Barockkunstwerk.
Eine Besonderheit des Schlosses ist das Ende des 18. Jahrhunderts im Schlosspark errichtete Bauerndorf. Solche Nachbauten historischer Bauerndörfer standen auch in einigen anderen Parks französischer Schlösser.
In den gehobenen Kreisen war es damals Mode, einen gewissen Sinn für Romantik und Idylle zu besitzen und ein Nachbau eines kleinen Dorfes
drückte dem damaligen Verständnis zufolge eine tiefe Verbundenheit zur ländlichen Idylle und Ruhe aus.
Um 1830 kaufte der Herzog von Aumale die Anlage ließ sie noch einmal etwas umbauen und fügte den bereits seit dem 18. Jahrhundert bestehenden Reitstall eine Pferderennbahn zu. Dabei wurden die Ställe ebenfalls immens vergrößert und gelangten so zu ihren bis heute bestehenden Weltruf.
Sie gehören heute zu einen der edelsten Ställen der Welt und sind aufgrund ihrer Architektur ein Musterbeispiel des französischen Barock.
Auf der Pferderennbahn finden häufig Pferderennen und andere Wettbewerbe statt.
Im Jahre 1886 wurde das Schloss mit dazugehörigen Parkanlagen dem Institut de France hinterlassen.
Im Schloss befindet sich das Musee Condè. Dieses Museum beherbergt eine atemberaubende Kunstsammlung, sowie eine Bibliothek. In dieser Bibliothek werden Tausende von Büchern und alten Handschriften aufbewahrt.
Das Prunkstück hierbei ist eine original Gutenberg-Bibel.
Das überwiegend von Wäldern bewachsene Umland des Schlosses ist ein beliebtes Naherholungsgebiet und wird vor allem von Pariser Sonntagsausflüglern gerne besucht.
Des Weiteren ist Chantilly auch für die in ganz Frankreich bekannte Creme Chantilly berühmt. Diese Dessertcreme gilt als Vorläufer zur heutigen Sahne.
Der Legende nach soll die berühmte Spitzenköppelkunst nicht in Belgien sondern in Chantilly entstanden sein.
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