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Ihr Reiseführer für Frankreich

Schloss Versailles


Das Schloss von Versailles trägt den Stempel seines Erbauers, König Ludwig XIV., der sich dort ein monumentales Denkmal gesetzt hat. Ganz Europa stand im 17. Jahrhundert unter dem Einfluss und der Macht des "Soleil Roi".

 

Der Einfluss des Sonnenkönigs reichte bis in den entlegensten Winkel Europas, selbst seine Gegner wollten sich mit "Louis le Grand" messen und bauten Residenzen, die allesamt vom Schloss in Versailles inspiriert wurden.

 

Schloss Versailles Frankreich

 

In Potsdam, Wien, Dresden, St. Petersburg und Hampton Court entstanden Schlösser, die alle Versailles zum Vorbild hatten. Selbst die Boulevards und Alleen der Stadt Washington, die erst mehr als ein Jahrhundert später gegründet wurde, sind von einem französischen Architekten in Anlehnung an Versailles entworfen worden. 1661 suchte sich der Sonnenkönig das hügelige Waldgebiet der Ile de France aus, um dort das grösste Schloss der Welt zu erbauen.

 


 

 

Die Arbeiten dauerten viele Jahre, und Tausende von Arbeitern kamen dabei ums Leben. Erst 1682 war Versailles endlich fertig gestellt. Das Schloss hatte keine Befestigungsanlagen, denn der König wollte seine Macht demonstrieren, indem er weder Gräben noch Mauern nötig hatte, um sich sicher zu fühlen. Hinter einer Fassade von 30 m Länge lagen repräsentative Galerien, Appartements für die königliche Familie, Boudoirs und eine private Kapelle. In den Privatgemächern des Königs hingen berühmte Gemälde von Tizian, Van Dyck, Rubens und Rafael.

 

In der Chambre du Roi, dem Schlafzimmer des Königs hing die Mona Lisa. Die Gartenanlagen waren, und sind es noch, ebenso spektakulär wie das Schloss. Sie wurden von dem berühmten Meister Le Notre entworfen, der Zehntausende von Pflanzen und Bäumen mit geometrischer Präzision anpflanzte, die Rasenflächen, Terrassen, Auffahrten und Treppen einrahmten.

 

Die Springbrunnen mit ihren 1500 Fontänen waren- und sind es noch heute- Gegenstand des Neides in aller Welt. Jede Kleinigkeit wurde zum Symbol der Überlegenheit des Erbauers von Versailles. Die Decken, Türen und Goldverzierungen tragen alle das Zeichen Apollos, des Sonnengottes, der zugleich Symbol des Erbauers und Bewohners dieses Schlosses war.

 

Wie Strahlen der Sonne trafen sich alle Wege, Gänge und Galerien im Zentrum des Schlosses, im Schlafzimmer des Königs, der Chambre du Roi. Von seinen Zeitgenossen wurde Louis wie ein Gott verehrt. Höflinge drängten sich um die Gunst, ihm das Hemd reichen zu dürfen, sie scharten sich um ihn, wenn er ein privates Geschäft verrichtete. Das Protokoll bestimmte, wer in Gegenwart des Königs auf einem Stuhl mit Lehne oder nur auf einem Hocker sitzen durfte.

 


 

 

In Versailles war der Hochadel Frankreichs, der den jungen König noch während des Aufstands der Fronde ins Exil getrieben hatte, nur Staffage, und Louis sorgte dafür, dass sich die Aristokraten niemals langweilten. Wer aber Versailles mied, der musste damit rechnen, dass ihn Ludwig XIV. dann abfahren ließ, wenn er eine Gefälligkeit erbat. "Ich kenne ihn nicht", pflegte Louis dann zu sagen. In Versailles konnte der Sonnenkönig mühelos den gesamten Adel Frankreichs beherbergen. Der König liebte Versailles und führte prominente Gäste höchstpersönlich durch sein Schloss.

Versailles als Symbol des französischen Absolutismus war immer wieder Schauplatz bedeutender Ereignisse. So zwang das Volk von Paris am 5. Oktober 1789 die Königsfamilie von Versailles nach Paris zu übersiedeln. Am 18. Januar 1871 proklamierte Bismarck das 2. deutsche Kaiserreich im Spiegelsaal von Versailles, und ebendort wurde 1919 der Vertrag von Versailles unterzeichnet.

 







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