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Ihr Reiseführer für Frankreich

Der Élysée-Palast, ein Traum von Macht


Das weiße Haus, die Downingstreet, das Bundeskanzler-Amt: Orte der Macht in der Welt.
Wer Paris besucht, wird um eine weitere Machzentrale nicht herumkommen: den Élysée-Palast, den viele Pariser einfach nur "das Schloss" nennen. Hier residiert der Präsident der französischen Republik und das schon seit 1873.

 

Zwar hatte die Nationalversammlung das Gebäude bereits 1848 zum Sitz aller zukünftigen Präsidenten erkoren. Allerdings verzögerte sich die Inbesitznahme durch das Zerbrechen der zweiten Republik bis ins erwähnte Jahr 1873.

 

Zu diesem Zeitpunkt existierte bereits die dritte Republik. Eine wirklich wechselhafte Geschichte.
Nach seiner Fertigstellung im Jahr 1722 nannten einige Berühmtheiten der französischen Geschichte diesen Prachtbau ihr eigen. Unter ihnen wohl die bekannteste Mätresse Frankreichs, Madame de Pompadour, die geliebte König Ludwigs XV. Sie sorgte auch für die grundlegende Neugestaltung des zwei Hektar großen Gartens, der das Gebäude umgibt.

 


 


Der Élysée-Palast mit seinen 365 Räumen ist nicht nur Zeugnis vergangener französischer Größe, sondern auch Machtzentrale des heutigen Frankreich: Hier wohnt der augenblickliche Amtsinhaber Nicolas Sarkozy, hier tritt einmal wöchentlich das Kabinett unter dem Vorsitz des Staatspräsidenten zusammen.


So schön der Palast von außen ist, so sicher ist er im Innern. Denn unter dem Palast liegt der Atombunker, von dem aus der jeweilige Präsident im Kriegsfall unter anderem den Einsatz von Kernwaffen befehlen kann.


Der Hausherr hat neben seinem Büro und einer durchaus angemessenen Wohnung auch einen großen Weinkeller zu seiner Verfügung. Übrigens sorgen hunderte von Bediensteten Tag und Nacht dafür, dass es dem Staatsoberhaupt an nichts fehlt.
Ähnlich wie im Weißen Haus prägt jeder Präsident den Élyséepalast mit seinem ganz eigenen Stil. So holte beispielsweise Jacques Chirac afrikanische Stammeskunst in die Räume voller Goldstuck und Brokat.


So ist der Élysée-Palast immer mehr auch zu einem Museum geworden. Kronleuchter, Gobelins, Porzellansammlungen sowie allein 380 alte Pendeluhren schmücken den Palast, weißer Carrara-Marmor auf dem Boden, an den Decken Kronleuchter aus vergoldeter Bronze. Goldverzierte Säulen, Pilaster, böhmisches Kristall, Louis-XV-Kommoden und Lampas-Damast wohin man auch schaut.

 


 


Dem Amtssitz des französischen Präsidenten ist anzusehen, dass kein Staatsoberhaupt in Europa mehr Macht hat als er. Jacques Chirac, der Vorgänger des augenblicklichen Präsidenten schraubte das Jahresbudget des Elysées auf 90 Millionen Euro hoch.
Dem Normalbürger oder gar Touristen bleibt diese Pracht allerdings verschlossen. Zwar gibt es unzählige Bilder und Poster vom Élysée-Palast, aber betreten darf man ihn nicht.

 

Er ist für die Öffentlichkeit gesperrt. Einzig Staatsgäste haben die Chance, sich den präsidialen Luxus anzusehen. Trotzdem, der Élysée-Palast ist einen Spaziergang über den Champs Élysée, die Prachtstrasse von Paris, jederzeit wert. Wenn man dieses imposante Bauwerk auch nicht betreten kann, so bleibt einem das Träumen: von Macht und Luxus.

 







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