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Das Liebfrauenmünster in Straßburg


Das Liebfrauenmünster in Straßburg ist eines der berühmtesten Bauwerke der Gotik und das weithin sichtbare Wahrzeichen des Elsass. Umringt von den historischen Fachwerkhäusern des alten Straßburg, ragt dieses architektonische Gebirge 142 m in den Himmel empor.

 

Das Münster galt damit lange Zeit als das höchste Gebäude der Erde. Baubeginn dieses steinernen Wunderwerks war im 12. Jahrhundert, was die romanischen Bauformen des Chores und des Südportals erklärt. Straßburg war zu diesen Zeiten noch eine Bischofsstadt. Später gelang ihr jedoch der Aufstieg zu einer freien deutschen Reichsstadt – der Bau vereinigt typische Elemente der französischen Gotik mit deutschen Eigenheiten. So ist er auch heute noch ein sprechendes Symbol der deutsch-französischen Nachbarschaft, welche leider nicht immer friedlich verlief.

 


 

 

Langhaus und Westfassade der aus rotem Sandstein errichteten Kirche sind gotisch, 1439 wurde der große Nordturm mit dem spitzen Helm vollendet, der ob seiner Höhe ungläubiges Staunen ausgelöst haben muss. Auch der junge Goethe zeigte sich bei seinem Besuch in Straßburg 1770 beeindruckt. Wer gute Kondition hat und schwindelfrei ist, kann diesen Riesen mittels 332 Stufen erklimmen, an klaren Tagen reicht der Blick sogar bis hin zum Schwarzwald.

 

Weltberühmt ist die reich gegliederte große Rosette an der Westfassade des Liebfrauenmünsters. Sie misst 12m im Durchmesser und bricht das Sonnenlicht in vielen leuchtenden Farben, die sich in den majestätischen Innenraum der dreischiffigen Kirche ergießen. Alleine der Anblick dieser strahlenden Fensterrose lohnt schon den Weg nach Straßburg.

 

Die asymetrische Westfassade (geplant war eine doppeltürmige Fassade nach französischem Vorbild, der Südturm wurde jedoch nie gebaut) fasziniert auch mit ihren unzähligen aus Stein gemeißelten Figuren, die zwischen den spitzbogigen Fenstern hervorschauen und das riesige Eingangsportal mit einer ganzen Galerie bekannter Heiligenfiguren schmücken.

 


 

 

Skurril und bizarr sind die Wasserspeier, allerlei Bestien, Fabeltiere und Monster, welche die bösen Kräfte symbolisch von der Kirche ableiten sollten. Im Liebfrauenmünster lässt sich sehr schön sehen, wie in einer gotischen Kirche alle Künste – die Architektur, die Bildhauerei, die Glasmalerei etc. zusammenwirken, um einen großartigen Raumeindruck und einen symbolischen Ausdruck für das Göttliche zu erreichen.

 

Um all die verborgenen Zusammenhänge entdecken zu können, ist eine Führung durch das Münster empfehlenswert, welche auch die besonders sehenswerten Kunstschätze wie die gotische Orgelverkleidung, die Kanzel oder die astronomische Uhr aufmerksam macht. Glücklicherweise sind in Straßburg auch die umliegenden alten Fachwerkhäuser und der schöne Münsterplatz von hohem künstlerischem Wert, so dass sich dem Besucher dieser Sehenswürdigkeit ein einzigartiges Ensemble mittelalterlicher Baukunst bietet.

 

Zusammen mit der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten Altstadt ist das Liebfrauenmünster in Straßburg sicher eines der lohnendsten Ausflugsziele in Frankreich.

 







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