Pilgerstätte im Nebel - Mont Saint Michel
3 Millionen Besucher pilgern alljährlich zu eines der wohl schönsten Bauwerke unserer Geschichte: Mont-Saint-Michel. Eingehüllt in Morgennebel, von tosendem Meer umspült, auf hohen Klippen liegend: so präsentiert sich das gigantische Benedektiner-Kloster dem Pilgerer vom Festland.
Heute führt eine befestigte Brücke über das bei Ebbe sandige Watt auf die kleine Felseninsel im Ärmelkanal, nur 1 km von der Küste und an der Mündung des Couesnon liegend. Es gehört seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Ursprünglich hieß die Insel \\'Mont Tombe\\', was sich auf das Aussehen des Berges bezog, dass einem Hügelgrab ähnelte. Anfang des 9. Jahrhunderts erschien dem Bischof von Avranches der Erzengel Michael, der ihm gehieß, eine Kirche auf der Felseninsel zu bauen. So ließ er eine kleine Kapelle errichten.
150 Jahre später wird die Insel den Benediktiner-Mönchen zugesprochen durch Richard I. und sie erbauen auf der Kapelle eine Kirche. Im 11. Jahrhundert entsteht auf dieser der heutige romanisch-gotische Bau, eine riesige Abtei, die im Laufe der Jahrhunderte von Herzögen und Königen ausgeweitet und finanziert wird.
Schon im 12. Jahrhundert wird sie Ziel großer Pilgerschaften und im folgenden Jahrhundert wird die Anlage ausgebaut. In den Wirren des 100-jährigen Krieges zwischen England und Frankreich verlor Mont-Saint-Michel an seiner Macht und Ende des 18. Jahrhunderts verließen die Mönche die Insel. Erst 1969 kehrten sie wieder zurück und heute leben ca. ein Dutzend Benedektiner in dem Kloster.
In der Zeit, in der es keine Mönche dort gab, wurde die Abtei als Gefängnis der französischen Revolution genutzt und fiel so vom einst blühendem Pilgerort in Verruf. Erst die Romantik verherrlichte es wieder als spirituellen Ort und so wurde die Klosteranlage Mitte des 19. Jahrhunderts langsam und liebevoll wieder aufgebaut und restauriert.
Heute schieben sich die Touristen die engen Gassen hinauf durch die kleine mittelalterliche Ortschaft, die zu Füssen der großen imposanten Abtei liegt. Die Stadtmauer mit den mächtigen Bastionstürmen wurden im 100-jährigen Krieg errichtet zur Verteidigung gegen die Engländer. Die Grande Rue führt bis hinauf zur Abtei, sie ist gespickt mit Souvenirgeschäften und Cafés.
Die Abtei spiegelt heute das Benedektiner-Kloster genauso wie das politische Gefängnis zur Zeit der französischen Revolution. Es wurde in nur 16 Jahren in gotischem Baustil konstruiert. Die drei Stockwerke der "La Merveille" präsentieren die monastische Hierarchie. Die Mönche lebten auf höchster Ebene zwischen der Kirche, dem Kloster und dem Refektorium.
Der Abt empfing hingegen seine hohen Gäste in der Mittelebene, während Soldaten und Pilgerer im Untergeschoß Platz fanden.
4 der Glocken in dem romanischen Schiff sind noch erhalten, 3 wurden um 1776 zerstört.
Im Refektorium nahmen die Mönche ihre Mahlzeiten ein, es wird durch hohe Fensterbögen erleuchtet.
Der Rittersaal ist in gotischem Stil gehalten und seine spitzen Rundbögen sind wunderschön dekoriert.
Die "Krypta der 30 Kerzen"ist eine der stützenden Krypten, die eingerichtet wurden, um das gesamte Kirchenschiff abzustützen.
Der Säulengang des Klosters mit seinen schlanken rosafarbenen Granitsäulen ist ein wunderbares Beispiel anglo-normannischer Baukunst aus dem 13. Jahrhundert.
Die hohe, schlanke Kirche mit den vielen ebenfalls schmalen und hohen Fenstern und Säulen ist beeindruckend.
Auf unterster Ebene gibt es einen kleinen Klostergarten.
Es werden Führungen durch die Klosteranlage angeboten.
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