Reims - Mehr als Champagner!
Wer nach Reims fährt, der begibt sich auf eine Zeitreise, die bis in die Bronzezeit zurückreicht. Denn seit dieser Zeit ist die Umgebung der Stadt bereits besiedelt. Zuerst fanden die Kelten ihren Platz, später wurde Reims in das Römische Reich integriert. Eindrucksvolles Zeichen hierfür ist der Marsbogen (la Porte de Mars), ein eindrucksvolles Monument der römischen Größe.
Egal, in welche Richtung man sich in Reims bewegt, überall begegnet einem pure Geschichte. An den wichtigsten Plätzen Reims, dem Place Royale (Königlicher Platz), mit einer Statue von Ludwig XV., und auch dem Place du Parvis (Parvisplatz), mit einer Statue von Jeanne d'Arc, kann man die Geschichte der Stadt förmlich mit den Händen greifen.
Überall in der Stadt stößt man auf Hinweise, welche Berühmtheiten entweder hier geboren wurden oder sich zumindest in Reims aufhielten. Staatsmänner, Philosophen, Dichter und Denker, ja sogar berühmte Sportler gaben sich in Reims quasi die Klinke in die Hand.
Die wichtigste Hauptstraße, Rue de Vesle, durchquert die Stadt von Südwesten nach Nordosten und kreuzt dabei den Place Royale. Orientiert man sich an ihr, kann man sich (fast) nicht verlaufen.
Die Tatsache, dass in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts ganze Straßenzüge im Art-Deco-Stil neu gestaltet wurden, hat dem Charme der Stadt wenig anhaben können.
Es gibt sie nämlich trotzdem noch, die altehrwürdigen Bauwerke. Neben dem Marsbogen ist natürlich die Kathedrale Notre Dame von Reims einen Besuch wert. Sie gilt immerhin als Meisterwerk französischer Gotik und als eine der schönsten Kathedralen Frankreichs.
Schlendert man auf seinem Erkundungszug durch die Stadt, findet man immer wieder große Stadtpalais aus der Zeit des Absolutismus und andere historische Bauwerke, die sofort ins Auge fallen und einen in ihren Bann ziehen.
Wem das Shoppen mehr liegt als die Geschichte, der findet überall in der Stadt Gelegenheit dazu. Vor allem rund um die Kathedrale finden sich zahlreiche Möglichkeiten zum Einkaufen. Dabei sind die vielen Champagner-Läden und Konfisserien mit dem sogenannte "rosa Biscuit" ein echter Touristenmagnet.
Denn Champagner ist in Reims mehr als nur ein edles Getränk, er ist zu einer Art Religion geworden. Neben Epernay ist Reims das Zentrum der Champagner-Herstellung. Die kostbaren Flaschen lagern oft in Kellern oder Tunnels, die noch aus der Römerzeit stammen.
Trotz der Geschichtsträchtigkeit ist Reims eine junge und pulsierende Stadt. Das merkt man spätestens, wenn man abends ausgeht. Da laden viele Bars und Kneipen zu einem Drink oder kühlen Bier ein. Restaurants bieten hervorragende französische Küche zu guten Preisen. Die Franzosen sind ein freundliches Völkchen, wenn man auch hier und da noch wenig Zurückhaltung spürt. Aber das ist wohl überall so.
Wer Reims besucht, sollte sich wirklich Zeit nehmen. Diese Stadt hat soviel zu bieten und es gibt so vieles zu entdecken, dass ein Kurzurlaub einfach nur zu kurz sein kann. Schließlich braucht man für eine Reise in die Geschichte vor allem eines: Zeit!
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