Saint-Etienne
Saint-Etienne ist eine etwa 180.000 Einwohner zählende Großstadt am östlichen Rand des französischen Zentralmassivs, südwestlich der Metropole Lyon. Sie ist zudem Hauptstadt des südfranzösischen Departments Loire und seit Jahrhunderten ein bedeutender Industriestandort.
Vor allem die Lebensmittelindustrie, die optische Industrie, die Stahlindustrie, sowie die Textilindustrie Waffenherstellung ist in dieser Stadt ansässig. Auch der Dienstleistungssektor trägt beträchtlich zur Wirtschaft der Stadt bei.
In den letzten Jahren entwickelte sich aber auch zunehmend der Tourismussektor. Dies ist vor allem auf die unweit Saint-Etiennes gelegenen
Naturparks des Zentralmassivs und der Altstadt mit ihren architektonischen Sehenswürdigkeiten zurückzuführen. Diese Bauwerke geben dem Besucher das Flair einer typischen Stadt in Frankreich.
Das Stadtbild der Altstadt ist vorwiegend von Bauten aus dem 18. Jahrhundert bestimmt, welche sehr dichtgedrängt aneinander stehen.
In der ehemals mittelalterlichen Kernstadt trifft man noch auf die engen Gässchen der Gründerzeit der Stadt und einigen gemütlichen Cafes, in denen es sich gut zu einem Kaffee, einem Wein oder einem Pastis verweilen lässt.
Einst war die Stadt Zentrum eines großen Bergbaugebietes. Dies bescherte der Stadt einen gewissen Reichtum, welcher manchen Häusern noch eindrucksvoll zu sehen ist. Heute ist im Puits Couriot, eine ehemalige Kohlemine, das Bergbaumuseum der Stadt untergebracht. Es beherbergt eine eindrucksvolle Ausstellung über die Geschichte des Bergbaus in der Region Saint-Etienne von den ersten Minen im Mittelalter bis in die Neuzeit.
Ebenfalls sehr sehenswert ist die alte Waffenmanufaktur, welche eine beeindruckende Sammlung an historischen und modernen Waffen beherbergt. Außerdem ist das Rathaus, die Präfektur, die Stadtkirche und die Tour de la Droguerie ebenfalls Sehenswürdigkeiten die besichtigt werden können. Das Musèe d`art moderne (Museum für moderne Kunst) veranstaltet regelmäßig Ausstellungen berühmter internationaler Künstler. Aufgrund der Vielfältigkeit dieser Ausstellungen besitzt das Museum einen sehr guten Weltruf.
Ein Nachteil Saint-Etiennes ist, dass es in der Innenstadt nur sehr wenig Grünflächen oder Parks gibt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Saint-Etienne eine alte Industriestadt nach altem Planungsmuster ist. So ist man als Erholungssuchender gezwungen, auf einer der Hügel des Stadtrands auszuweichen. Jedoch wird dieser kleine Missstand dadurch ausgeglichen, dass sich auf den Hügeln rund um Saint-Etienne schöne Wälder ausdehnen und man von den Gipfeln der Hügel einen grandiosen Ausblick auf die Stadt hat.
Saint-Etienne ist zudem idealer Ausgangspunkt für Touren in die nicht weit entfernte Auvergne, einer Region im französischen Zentralmassiv.
Sie ist vor allem wegen der wunderschönen Natur und den dort befindlichen erloschenen Vulkanen bekannt. Aufgrund warmer Quellen vulkanischen Ursprungs liegen in dieser Region auch einige Kurorte und die vielen Berge und erloschenen Vulkane sind Ziel vieler Ausflügler und Wandertouristen.
Die bekanntesten Berge in dieser Gegend sind der Puy de Dome auf dessen Gipfel sich Reste keltischer und römischer Tempelanlagen befinden.
Die gewaltigen Felsformationen der Monts Dores sind ebenfalls ein sehr beliebtes Wandergebiet und haben schon seit Generationen die Menschen beeindruckt.
Auch Touren in das nahe gelegene Lyon mit all seinen Sehenswürdigkeiten ist von Saint-Etienne aus aufgrund der guten Verkehrsanbindung kein Thema.
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